Alemannenstraße

Die bei der Gründung der Villenkolonie angelegte Straße verläuft nordöstlich vom Bahnhof parallel zur Wannseebahn. Sie beginnt an der Spanischen Allee und mündete ursprünglich in der Seeuferstraße, die einst zur Libellenstraße führte. Nach dem Bau des Autobahnzubringers 1939 endete sie davor als Sackgasse und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der neu gebauten „Alemannenbrücke" neben der Eisenbahn über die Autobahn zum Wannseedreieck weitergeführt. Davor gab es als Provisorium eine hölzerne Fußgängerbrücke vom Sackgassenende zur ehemaligen Seeuferstraße am Abwasserpumpwerk (heute Alemannenstr. 27, siehe unten).

Die Alemannenstraße erfüllt eine wichtige Verteilerfunktion für die von ihr abgehenden Straßen. Die Bebauung beschränkt sich auf die südliche Straßenseite, die Nummerierung der Häuser beginnt im östlichen Abschnitt an der Spanischen Allee und wird durch den Hohenzollernplatz unterbrochen. Die einst gepflanzten Platanen wurden nach Sturmschäden in den 1970er Jahren z.T. durch andere Baumarten ergänzt.

Als erstes Haus wurde 1901 die Nr. 6 errichtet, es folgten die zum Nikolassee gelegenen Häuser Nr. 19 und 20, wenig später die Häuser Nr. 7 und 8 sowie die Mietshäuser Nr. 16 und 17. Die Bebauung war bis 1930 weitgehend abgeschlossen. 1938/39 wurde im Zusammenhang mit dem Autobahnbau das Haus Nr. 21 abgerissen – das heutige Haus mit dieser Nummer wurde in den 1960er Jahren auf dem Grundstück Nr. 20 errichtet. Das Anfang 1920 erbaute Holzhaus Nr. 13, in dem es – aufgrund der Grenznähe Nikolassees – bis 1961 u.a. eine Wechselstube gab, wurde 2003 durch einen Neubau ersetzt. Auf der direkt gegenüber liegenden Straßenseite hatte es seit den 1930er Jahren bis zum Mauerbau einen Wochenmarkt gegeben, der nach seiner Verlegung in die Normannenstraße langsam einschlief. Die Ladenzeile westlich des Bahnhofs gehört zum Hohenzollernplatz und entstand nach der Währungsreform 1949.

 

 

Nr. 2, erbaut 1913 von der HAG für den Reichsger.-Rat a.D. Gustav Dumreicher

Nr. 5, erbaut 1921/22 von Max Ackermann für den Prokurist/Bankier Dr. phil. Walter Treuherz

Nr. 6, Villa Anna, ein HAG-Musterhaus, erbaut 1901 von der HAG/Paul Pohl – Baudenkmal

Nr. 7, Villa Hirschwald, erbaut 1907/08 für den Brauereibesitzer Max Hirschwald (Brauerei „Alt-Berlin“, Charlottenburg), Architekten Richard und Heinrich Iwan

Nr. 8, Villa Preßler, Rechnungs-Rat E. Preßler, erbaut 1903 von der HAG.

Links das Haus Nr. 6, noch mit Turm

 

Nr. 9 (Ansicht von der Burgunder Straße), von und für F. Hackbarth & Co., 1925/26, und Nr. 9a, für Wwe. Else Lehmann, erbaut 1930/31

Nr. 10, das 1912 gemeinsam mit dem Rathaus in Betrieb genommene Feuerwehrgebäude, Architekt Bruno Möhring (um 1955), heute nach Umbau Anfang der 1990er Jahre von der Polizei genutzt – Baudenkmal

Nr. 12, Postgebäude, erbaut 1913/14, im September 2008 geschlossen, 2012 verkauft und umgebaut

 

Nr. 14a–c, Mehrfamilienhaus, erbaut um 1930 wahrscheinlich von Victor Bunikowski

Nr. 15/Teutonenstraße 2, Mehrfamilienhaus, erbaut 1927–1930 von Victor Bunikowski für Waldemar Hirschowitz

Nr. 16, Mehrfamilienhaus, erbaut 1910/11 von Alexander Klohn für die Meyerhoffschen Erben GmbH

 

Nr. 17/17a, Zweifamilienhaus der Vierfamilienhausanlage mit Cimbernstr. 1/1a, erbaut 1910/11 von Alexander Klohn für die Meyerhoffschen Erben GmbH

 

Nr. 18, erbaut 1929 für den Bankbeamten Karl Popper 

 

Heute Sackgasse am Ende der Alemannenstraße: links Nr. 19, Villa Lippmann, Bankbeamter Alfred Lippmann (baulich verändert), gehörte ab 1930 zum Polizei-Revier 163, und Nr. 20, Villa Roquette, Lehrer Henri Roquette, beide erbaut 1901/02 von der HAG.

Nr. 21, Haus Hegemann, erbaut 1924/25 von und für den Architekt Werner Hegemann, der 1933 emigrierte. Das Haus musste 1939 dem Autobahnbau weichen.

 

Die heutige Alemannenbrücke über die Autobahn wurde vor dem Krieg nicht fertig. Als Provisorium diente eine Holz-Fußgängerbrücke, die am Haus Nr. 20 (im Bild rechts) begann und an der Zufahrt neben dem Abwasserpumpwerk endete.

Nr. 27, Abwasserpumpwerk der Wasserwerke, Zufahrtsstraße, einst Fußweg zur Holzbrücke

 

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