Schlachtensee-West

 

Am Schlachtensee

zwischen Spanische Allee und S-Bhf. Schlachtensee

 

Die parallel zur Wannseebahn verlaufende Straße hieß vor 1891 Längs des Sees westlich bzw. Seestraße östlich des Bahnhofs. Danach wurden beide Teile zur Seestraße zusammengefasst und ab dem westlichen Ende nummeriert. Seit der Umbenennung mit dem heutigen Namen im April 1933 beginnt die Nummerierung am Ostende vor dem Mexikoplatz. Die Namen ergeben sich aus der unmittelbaren Lage am Schlachtensee. Der auf dem Gebiet Schlachtensee-West verlaufende Straßenabschnitt wurde bis 1938/39 durch die beiden großen Ausflugslokale Schloss Schlachtensee und Neue Fischerhütte geprägt, woraus sich die relativ geringe Bebauung – trotz der attraktiven Lage am Südufer – westlich dieser beiden Vergnügungsstätten erklärt, die erst in den 1920er Jahren abgeschlossen wurde. Im Zusammenhang mit der Errichtung der „Marine-Siedlung“ ab 1938/39 wurde der Marinesteig als Stichstraße angelegt. Die beiden Unterführungen unter den Bahnbrücken über Breisgauer und Krottnaurerstraße gewährleisten die Verbindung zum übrigen Siedlungsgebiet Schlachtensee-West. Die Fußgänger insbesondere aus dem Nikolasseeer Gebiet wissen den kleinen Tunnel gegenüber der Treppe am westlichen Seeende zu schätzen, ermöglicht er ihnen doch einen kurzen Weg (im Bademantel) zum See und seinen Bademöglichkeiten.

Der Straßenabschnitt am westlichen Ende des Sees zwischen Treppe und Spanische Allee gehörte wie die einmündende Hoiruper Straße bis 1937 zum Wilmersdorfer Ortsteil Grunewald-Forst und wurde zwischen 1935 und 1941 bebaut. Nachkriegsbauten entstanden auf den Grundstücken Nr. 144 und 148.

 

Am Westufer um 1910
 

Nr. 136 (vor 1933: Seestraße 2), durch Kriegsschäden baulich verändert, rechts Blick von der Seeseite

Das 1898/99 für den Rentier (später Kgl. Pol. Diäter) Emil Kuckenburg als Sommerhaus errichtete Gebäude gehörte ab 1901 wieder HAG und diente ihr von 1907 bis 1908 als Privatschule. Oben Ansichten 1902 von der Straßen- und der Seeseite.

 

Nr. 134 (Seestraße 3/4), erbaut 1911/12 von Walther Epstein für Frhr./Baron Leo v. König, Porträtmaler, rechts Blick von der Seeseite

Nr. 132, erbaut um 1936 für den Reg.-Baumeister a.D. Hans Geber und Frau Annemarie – Baudenkmal

Nr. 126 (Seestr. 8b), erbaut um 1924/25 für die Wwe Hedwig Bolzani, Rentiere, Blick von der Seeseite

Nr. 130 (Seestr. 7, mit Grundstück Nr. 6), erbaut 1924/25 für Dipl.-Ing. Gottfried Lessing, Blick von der Straßen- und von der Seeseite

 

Marinesteig 28 (früher Am Schlachtensee 108), Bürgelsches Haus, erbaut vor 1897 für Dir. Ferdinand Bürgel

Am Schlachtensee 94–122a-c/Marinesteig 1–46, Wohnsiedlung für Marineangehörige, erbaut 1938/39, Architekt Erich Kühn – Baudenkmal. Auf der anderen Seite des Bahndammes, im Waldsängerpfad 17, wohnte Admiral Wilhelm Canaris. Nach dem Krieg wohnte im Haus Marinesteig 14 der Regierende Bürgermeister und spätere Bundeskanzler Willy Brandt.

Die Ausflugsrestaurants „Neue Fischerhütte“ Am Schlachtensee 96 (Seestr. 14–16), Inhaber Georg Stegemann, und „Schloss Schlachtensee“ in der Mitte des Sees mit Bootsverleih des Fischers Hensel und Fährensteg. Beide Lokale befanden sich unterhalb der Marinesiedlung, deren Bau die „Neue Fischerhütte“ 1938/39 weichen musste.

   

Am Schlachtensee 86 (Seestr. 17/18), Schloss Schlachtensee (anfangs „Auf dem Kynast“ des Gastwirts F. Kienast), ab 1897 Räntsches Haus mit Gastwirt W. Sowa, Ansichten um 1895 und 1930 – 1955 abgerissen

     

(v.l.) Nr. 82, erbaut um 1932 für die Entwässerungswerke; Zweifamilienhaus Nr. 80/78, erbaut um 1933/34: Nr. 80 für den Ober-Postinspektor Paul Großer, Nr. 78 für den Kunstgewerbler Fritz Spuida, und Nr. 74a für den Kfm. Friedrich Doebel

Nr. 72 (mit Pumpwerk Nr. 70), Entwässerungswerke, heute Berliner Wasserbetriebe

 

Gegenüber rechts neben dem Bahnhofseingang: die Bahnhofsgaststätte von Oscar Dobberke (Ansicht um 1905)
Einstiger Schmuckplatz (heute „Fixer-Wiese“ genannt) gegenüber dem seeseitigen Eingang zum Bahnhof Schlachtensee Anfang 1930 mit der Phryne von Ferdinand Lepcke aus Kleinmachnow. Diese Skulptur wurde angesichts wiederholten Vandalismus’ im September 2008 auf dem Hohenzollernplatz am Bahnhof Nikolassee aufgestellt.
>