Schlachtensee

 

Der Seeschlag

 

 

Der außerhalb der Territorien von HAG und ZWTAG liegende, überwiegend in bäuerlichem Besitz befindliche „Seeschlag“ – eins der vier Gebiete der um 1845 aufgeteilten Zehlendorfer Feldmark – wurde ab Ende des 19. Jahrhunderts besiedelt. 1897 wurden sechs Häuser genannt, die trotz teilweiser größerer Entfernung dem Weg „Längs des Sees" (heute Straße Am Schlachtensee) zugeordnet wurden. Von Ost nach West bis zum Bahnhof Schlachtensee waren dies die Alte Fischerhütte, das Kleinertsche, Hornemannsche, Ziethensche, das um 1907 abgerissene  Davy-Donathsche Haus auf dem heutigen Spielplatz am Rötheweg sowie das „Vegetarianerheim“ (siehe auch Bewohner von 1897).

Ab 1901 wurden die heutigen Straßen angelegt, zuerst der Elvirasteig (ab 1901 Ziet(h)enweg). Der Geländestreifen zwischen Rötheweg und Elvirasteig nördlich und südlich der auf nebenstehender Karte noch unbefestigten Klopstockstraße war Anfang 1900 von Adolf Gradenwitz (später Zehlendorf-West-Terrain-AG) ursprünglich zur Nutzung als Park erworben worden.

Zuletzt wurde um 1938 der Flachsweg angelegt, gleichzeitig wurde die Terassenstraße nach Westen bis zur Straße Am Schlachtensee verlängert und bebaut. Der Elvirasteig bildet nördlich der Wannseebahn die „Trennlinie“ zwischen den Siedlungsbieten Schlachtensee-Ost und Zehlendorf-West.

 

Straße „Am Schlachtensee“

zwischen S-Bhf. Schlachtensee und Mexikoplatz

 

Am Schlachtensee 52 (vor 1933 Seestr. 35–37), „Vegetarianerheim“, erbaut vor 1892 von Theodor Seiferth für den Bankier/Rentier W.A. Securius (Wiesbaden), zuerst „Vegetarisches Familienheim (Pflege armer Kinder; Sommerwohnungen)“, zwischen 1902 und 1904 Domizil der Neuen Gemeinschaft, 1938 abgerissen und Anlage des Flachsweg. Dieser wurde ab Ende 1939 bebaut und anlässlich der Annexion der Tschechoslowakei und Hitlers Einzug in Prag mit einem Auftritt auf dem Hradschin unter der dortigen Parlerbüste Parler Straße benannt. Den heutigen Namen erhielt er 1947. Er beginnt als Fußweg im Paul-Ernst-Park und führt befahrbar ab Terrassenstraße nach Süden zur Straße Am Schlachtensee, in die er, wieder als Fußweg, zwischen den Nachrkiegs- Siedlungshäusern Nr. 50/52 und 42/44 einmündet.

 

Nr. 38 (Seestr. 39), erbaut um 1894/95 für Rentier (später Kgl. Pol.-Diäter) Emil Kuckenburg

Nr. 34 (Seestr. 41), erbaut um 1927 für Gertrud und Kfm. Max Schwartz

 

Nr. 26 und 30 (Seestr. 43), Mehrfamilien-Doppelhaus, erbaut um 1911 für den Kfm. Erich Tulenda

Nr. 24/22 (Seestr. 45/44), Mehrfamilien-Doppelhaus, erbaut um 1927 von und für Franz Behrmann

Nr. 18/16 (Seestr. 47/46), Zweifamilien-Doppelhaus, erbaut um 1927 von Franz Behrmann

Nr. 4 (Seestr. 52), erbaut um 1926 von und für Franz Behrmann

 

Nr. 2 (Seestr. 53), Miets- und Geschäftshaus, erbaut 1910 von Otto Kuhlmann – Baudenkmal/Teil des Ensembles Mexikoplatz

Blick von der Straße Am Schlachtensee auf den Mexikoplatz

 

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