Bahnhof Wannsee

 

 

Der südliche Ausgang am Fernbahnhof führt zur Nibelungen-/Dreilindenstraße, der nördliche zum Ortsteil Wannsee. Diese ehemalige Teltower Landgemeinde wurde 1898 aus dem weiter südlich am Kleinen Wannsee gelegenen, 1299 erstmals urkundlich erwähnten Dorf Stolpe, der 1863 gegründeten „Colonie Alsen“ am Westufer des Großen Wannsee und der gegenüber liegenden, 1874 entstandenen „Villenkolonie Wannsee“ an der heutigen Straße Am Sandwerder (bis 1933 Friedrich-Karl-Straße) gebildet.

 

Kronprinzessinnenweg 250/251, Bahnhof Wannsee – links das 1878 errichtete (Architekt F. Luthmer) und 1927 abgerissene Gebäude, rechts das 1927/28 von Richard Brademann errichtete, unter Denkmalschutz stehende heutige Gebäude (Ansicht um 1954)

Über die Wannseebahn und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Villenkolonien im Berliner Südwesten wurde weiter vorn berichtet.

Für die Wetzlarer Bahn (heute Stadtbahn) wurde 1879 ein zweiter Bahnsteig mit der Bezeichnung „Dreilinden (Wannsee)“ eröffnet, da die östliche Gleisseite zum Rittergut Düppel-Dreilinden gehörte; beide Bahnsteige wurden um 1884 zum Bahnhof Wannsee vereinigt. 1927/28 wurde dann der von Richard Brademann errichtete Neubau in Betrieb genommen (rechtes Bild, Baudenkmal).

Der Fernbahn-Bahnsteig – einst „Dreilinden (Wannsee)“

 

Der eiserne Gustav. Gegenüber dem Bahnhof begann Gustav Hartmann 1928 seine berühmt gewordene letzte Droschkenfahrt Berlin-Wannsee-Paris-Berlin-Wannsee. Auf der Rückseite der von ihm verlegten Karte heißt es: „Der älteste Fuhrherr von Wannsee, Gründer der Wannsee-Droschken, erlaubt sich, mit der Droschke 120 die letzte Fahrt Berlin–Paris zu machen, da das Pferdematerial im Aussterbeetat steht. 1. April 1885–1. April 1928"

     

Schon damals gab es gegenüber dem Bahnhof eine Bootsanlegestelle. Ansicht um 1910; mit Dächern der 1874 angelegten „Villenkolonie Wannsee“ an der Friedrich-Karl-Straße (seit 1933 „Am Sandwerder")

 

Gegenüber auf der anderen Seite des Großen Wannsee: der Schwedenpavillon und der Flensburger Löwe in der 1870 von Wilhelm Conrad gegründeten „Colonie Alsen“ (um 1905)

>