Borussenstraße

 

 

Die Borussenstraße wurde 1900/01 von der Eisenbahn als Industriestraße direkt neben dem Bahndamm angelegt. Auf dem Gelände am Bahnhof befand sich rechts neben dem Bahnhofseingang ab 1904 lange Zeit als einziges Gebäude die Gaststätte „Am Waldessaum", die in den 1920er Jahren durch eine Gastwirtschaft links vom Eingang ersetzt wurde (ehemals Nr. 10). Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das „Gertrudhaus" (ehemals Nr. 3) errichtet, Anfang 1920 folgten die Rennbahn-Terrassen (ehemals Nr. 1/2) gegenüber der AVUS-Südschleife; beide Gebäude mussten 1939 dem Autobahnbau weichen. Die Rennbahn-Terrassen wurden anschließend auf dem Grundstück Spanische Allee Ecke Kronprinzessinnenweg neu errichtet, auf dem heute die Raststätte Grunewald steht. 1934/36 erhielten die beiden Bahnsteige eine Verbindungsbrücke und der Bahnhof einen zusätzlichen Ausgang in Richtung Strandbad Wannsee. Einen direkten Zugang zum Wannseebadweg, der durch den Autobahnbau unterbrochen war, gibt es wieder seit 1965 mit der Anlage des Rosemeyerwegs mit der Fußgängerbrücke über die A 115. Die Gastwirtschaft am Bahnhof wurde in den 1970er Jahren abgerissen.

Zwischen 1933 und 1940 wurde der westlich von der Münchowstraße zum Kronprinzessinnenweg führende Teil der Borussenstraße mit den Häusern 14 bis 19 bebaut. Sie hatte vor dem Bau des Autobahn-Zubringers durch eine Unterführung in Höhe der Treppe zur Paul-Krause-Straße eine direkte Verbindung zur Parallelstraße und damit zum Nikolasseer Ortskern. Seit dem Autobahnbau gibt es nur noch die Treppe weiter östlich unter dem Bahndamm. Westlich des in den 1990er Jahre erbauten Hauses Nr. 20/20a ist die Borussenstraße heute noch ein unbefestigter Fußweg, der an einem eingezäunten Teich der Wasserwerke entlang zum „Nymphenufer" führt. Zu erwähnen ist, dass die Bahnhofsgaststätten sowie das Wasserwerkgelände gegenüber dem Bahnhof bis Ende der 1920er Jahre nicht – wie die übrigen Grundstücke an der Straße – zu Nikolassee, sondern zu Beelitzhof gehörten und damit der Amtsverwaltung Zehlendorf unterstanden.

 

Nr. 1, Restaurant Rennbahn-Terrassen (erb. 1922/23, Besitzer Franz Hundrieser). Es befand sich bis 1939 an der Avus-Südkurve (Ansichten Anfang der 1930er Jahre). Nach dem Bau der Autobahn entstanden die Rennbahn-Terrassen neu am Kronprinzessinnenweg Ecke Spanische Allee, wo heute Hotel und Raststätte Grunewald stehen.

Nr. 3, das 1912 erbaute Säuglingsheim „Gertrud-Haus“

 

Der Mitte der 1930er Jahre gebaute Zugang zur S-Bahn, gleichzeitig wurde der Verbindungsgang zwischen beiden Bahnsteigen errichtet.

 

 

Restaurant „Zum Waldessaum“ um 1915.

An dieser Stelle bildet heute Fußgängertunnel und -weg an der Borussenstraße unter den S-Bahngleisen Richtung Wannsee die Verbindung zum Rest der Parallelstraße und zur Alemannen-/Teutonenstraße.

Westseite des Bahnhofs um 1930, links die Gaststätte „Hofmann’sche Haus", Nr. 10

 

Treppe von der Paul-Krause- zur Borussenstraße; links um 1905 und 100 Jahre später. Das Auto gehörte der Heimstätten-AG und diente für Besichtigungsfahrten in der Kolonie. Mit der Anlage eines serpentinförmigen Weges baute man schon vor 100 Jahren behindertengerecht. Gegenüber der Treppe am Halbrondell der Borussenstraße gelangte man durch eine Unterführung unter der Wannseebahn „auf den Berg“ in die Parallelstraße. Rechts Ansicht um 1912; im Hintergrund die Häuser Paul-Krause-Straße 4 und 6.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Autobahn-Troges wurde die Unterführung zwischen Borussen- und Parallelstraße unter der Wannseebahn beseitigt: Bauwagen im Hintergrund (Winter 1938) vor dem Halbrondell. Links die Mauern der Häuser Nr. 18 und 19.

Nr. 19, erbaut 1937 für Heinrich und Henriette Langrehr (linkes Bild Mitte); die Grundstücke 18–20/20a wurden von dem Anwesen Paul-Krause-Straße 9 parzelliert

Links Blick auf die Häuser 16 (erb. 1936) und 15 (1933), rechts Blick in Richtung Bahnhof Wannsee auf die Häuser 18 (1937) und 19 (1939). Die Grundstücke 20 und 20a wurden erst 1979 bebaut.

Unberührte Idylle (der „Schwarze Grund“) am unbebauten Ende der Borussenstraße – jetzt ein befestigter Fuß-/Fahrradweg in Richtung Kronprinzessinnenweg am Tunnel zum Nikolassee: der nicht zugängliche Teich auf dem Wasserwerk-Gelände, parallel zur Stadtbahn (S7) Richtung Potsdam.

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