Wannsee-Dreieck

 

Dreilindenstraße

 

 

Die eichenbestandene Dreilindenstraße erstreckt sich vom Autobahnkreuz Zehlendorf bis zur Nibelungenstraße und bildet den südlichen Abschnitt des sog. „Wannseedreiecks". Sie war bis Anfang der 1930er Jahre Teil der Chaussee zwischen Berlin und Potsdam, die als erste „Kunststraße" (d.h. befestigt) in Preußen Ende des 18. Jahrhunderts angelegt worden war, und verlief von der Potsdamer Chaussee bis zur Wannseer Bahnunterführung. An der Ecke Lohengrinstraße gab es ein Chausseehaus, in dem die für die Unterhaltung zuständigen Arbeiter wohnten. Um 1933 wurde südlich von der Dreilindenstraße das heutige Teilstück der Potsdamer Chaussee zwischen Katteweg und der Bahnunterführung gebaut, wodurch die Dreilindenstraße ihre Funktion als Durchgangsstraße verlor. Der Abschnitt zwischen Nibelungenstraße und der Bahnunterführung mit dem Schmuckplatz verschwand, das Stück alte Potsdamer Chaussee zwischen Katteweg und der Lohengrinstraße kam zur Dreilindenstraße. Mit dem Bau des Zehlendorfer Kleeblatts Ende der 1930er Jahre wurde die Anbindung der Dreilindenstraße an die Potsdamer Chaussee aufgehoben, das östliche Ende wurde hinter der Kreuzung mit der Lohengrinstraße zur Sackgasse. Die Nummerierung der Grundstücke hat sich durch die oben beschriebenen Baumaßnahmen in den 1930er Jahren mehrfach geändert. Heute sind die nördlichen Grundstücke gerade und die südlichen ungerade nummeriert.

Das älteste noch vorhandene Gebäude ist das Waldwärterhaus (Nr. 42). Die älteste Villa (erbaut 1906/07) stand bis zu ihrem Abriss auf dem heutigen Grundstück Nr. 52. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden das Seniorenwohnheim, die Dreilinden-Grundschule und als letztes 2006 die drei Wohnhäuser auf dem vorher unbebauten Grundstück Nr. 60 errichtet. Unter Denkmalschutz stehen das 1922 von Mies van der Rohe entworfene Haus Eichstaedt (Nr. 30) und die von Otto Kuhlmann entworfene Dreilindenschule, das heutige Dreilinden-Gymnasium (Nr. 49). Bemerkenswert ist, dass sämtliche Gebäude auf der südlichen Seite – ehem. Revierförsterei Dreilinden, die beiden Schulen sowie die Seniorenwohnheimanlage (Nr. 73/85) – in öffentlichem Besitz sind.

 

 

6. März 1944: Bomben über dem Wannsee-Dreieck. Links oben der Kleine Wannsee, rechts der Große Wannsee, etwas darunter die Eisenbahnanlagen. Unter der Bombe rechts außen in der unteren Reihe die Dreilindenschule. Der Beschuss galt Schlachtensee.

Nr. 24–26 (früher Potsdamer Chaussee 58); erbaut 1925 von der Tilia Grundstücks-Verw.-AG; seit 1948 das Mutterhaus der Kongregation der Hedwigschwestern (Sancta Maria)

Nr. 30, erbaut 1922 von Ludwig Mies van der Rohe für den Buchhändler Georg Eichstaedt (Ansicht um 1970) – Baudenkmal

 

Nr. 42, Waldwärterhaus, erbaut um 1892

 

Nr. 49, Dreilindenschule (Baudenkmal) und Kleeblatt nach Fertigstellung 1940.

Schulhof der Dreilindenschule 1941 und Anfang der 1950er Jahre

Im Hintergrund des rechten Bildes der 1954 gesprengte Bunker, an dessen Stelle sich heute das Gebäude der Dreilinden-Grundschule befindet.

Nr. 62 (früher Nr. 7), Villa Sander/Villa Wegener, erbaut 1903/04 von Fr. Schirmer für den Kfm. Richard Sander

Nr. 64 (früher Nr. 6), Erstbesitzer Oberlehrer Prof. Dr. Hans Dütschke, 1911

Nr. 66 (früher Nr. 5), Erstbesitzer Ing. Gustav Schwarz, 1914

Nr. 78 (früher Nr. 2), Erstbesitzer Kfm. Carl Scheider, 1907/08, heute Michaelshaus von Sancta Maria

 

Die imposante Ecke Dreilindenstr. 80 (früher Nr. 1)/Nibelungenstr. 1 am Bahnausgang auf Nikolasseer Seite, eines der wenigen Mehrfamilienhäuser in den Anfangsjahren Nikolassees, erbaut 1904/05 von Baumeister August Klose, Michendorf; Erstbesitzer Rentier Wilhelm Wollschläger. Links Ansicht um 1925 mit Beschäftigten der Kolonialwaren- und Delikatess-Handlung Friedrich Meyer.

Blick auf das Wagnerviertel von der Wannseeseite. Hinten links der Nikolassee (Bild von 1921)

 

Schulen in Nikolassee

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