Zwischen den S-Bahn-Brücken

 

Spanische Allee bis Am Schlachtensee

 

Dieser Abschnitt der Spanischen Allee mit der Hoiruper Sraße und dem westlichen Teil der Straße Am Schlachtensee (143–151) gehörte verwaltungstechnisch bis 1938 zum Ortsteil Grunewald-Forst des Bezirks Wilmersdorf (s. Kartenausschnitt). Die HAG erwarb dieses rd. 20 Morgen umfassende Gebiet 1922 vom Forstfiskus und veräußerte es Anfang der 1930er Jahre an die Gagfah.

An der Wannseebahn, zwischen den beiden Eisenbahnbrücken gegenüber der Gagfah-Siedlung in der einstigen Wannseestraße, befand sich ab ca. 1903 die Gärtnerei der Heimstätten-AG, die den Einwohnern des neuen Ortsteils zur Verfügung stand und in der Anfangs auch die Freiwillige Feuerwehr untergebracht war. Die Gärtnerei wurde zum 31.3.1916 aufgelöst. Das nördliche Gelände an der Stadtbahnseite wurde ab 1932 einschließlich der westlichen Hoiruper Straße komplett durch die Gagfah bebaut. Um 1939 folgte das Haus der „Sieger-Drogerie“ (Nr. 138), die Siedlung Nr. 156, 160–168 an der südlichen Straßenseite entlang der Wannseebahn wurde 1940/41 errichtet. Bereits 1933 war im westlichen Teil am Bahnhof Nikolassee zwischen Stadt- und Wannseebahngleisen die heute noch bestehende Tennisplatzanlage angelegt worden. Im Zuge des Autobahnbaus wurde 1939 der Wannseeweg westlich der Stadtbahnunterführung begradigt und, in Spanische Allee umbenannt, über die neue Autobahnbrücke bis zum Kronprinzessinnenweg verlängert.

 

Spanische Allee 156–168, Mehrfamilienhäuser, errichtet 1940/41 durch die Versorgungskasse deutscher Industrieunternehmungen

Nr. 138, „Sieger-Drogerie“, erbaut um 1939 für Max Hempel

Nr. 115–169, Gagfah-Siedlung, Architekt Fritz Eisler, bezogen ab 1932, rechts von der Hoiruper Straße begrenzt; links Blick von der Stadtbahn-, rechts von der Wannseebahn-Unterführung.

Planskizze der Gagfah-Siedlung von ca. 1930 nördlich der Wannseestraße mit Gebäuden der ehem. HAG-Gärtnerei (nun städtisch) auf der südlichen Straßenseite

Die Gagfah-Siedlung wurde nach den schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Aufbauprogramms wieder hergestellt.

Nach dem 2008 gestorbenen Zehlendorfer Chronisten Kurt Trumpa musste Nikolassee im Zweiten Weltkrieg „einen schweren Blutzoll zahlen. Bei etwa 2600 Einwohnern waren 82 Kriegsopfer zu beklagen. Elf davon kamen bei Bombenangriffen auf den Ort um. Während dieser Angriffe wurden 290 Gebäude beschädigt oder zerstört.“ Die Zahl der zerstörten Häuser hielt sich allerdings in Grenzen: 25 wurden zu 76–100 %, 18 zu 51–75 %, 31 zu 26–50 % zerstört und 216 wiesen geringere Beschädigungen auf.

   

Hoiruper Str. 1–3/Ecke Spanische Allee/Am Schlachtensee im Jahr 1945 und heute

Die Bebauung der rechten Straßenseite erfolgte ab 1935.

Ungefähr 50 m weiter in Richtung See – das Westufer war in den 1950er Jahren für Nikolasseer Kinder die wichtigste Badestelle – gab es bis in die 1950er Jahre leckeres Eis bei Brose, die auch Likör herstellten (seeseitiges Haus Hoiruper Str. 6a). Brause kaufte man gegenüber bei Feinkost Kaboth (Am Schlachtensee 151, heute Frisör Tönnies) und Bonbons konnte man in der kleinen Manufaktur von Frau Achenwall auf der anderen Bahnseite (durch den Tunnel) in der Matterhornstraße 98 erwerben.

 

Nr. 113, erbaut 1939/40 als Ersatzbau für den Hausabriss in der Parallelstraße durch die Deutsche Reichsbahn

HAG-Gärtnerei um 1905 und 1910 (Grundstücke Wannseeweg/Spanische Allee 118/120), abgerissen und 1937/38 von der Stadt Berlin neu bebaut

Blick aus Westen auf die zur Rehwiese führende Spanische Allee, links die Einmündungen von Hoiruper Straße und Am Schlachtensee. In der Mitte das Haus Am Schlachtensee 151, rechts daneben Spanische Allee 113

Am östlichen „Ortsende“ der Villenkolonie Nikolassee:

Am Schlachtensee 141 (links) und 143; es beginnt Schlachtensee-West

 

Am Schlachtensee 144, erbaut 1965 von Chen Kuen Lee, ein Beispiel für moderne Architektur in Nikolassee – Baudenkmal

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