Am Königsweg

 

ehem. Kontrollpunkt Dreilinden

 

Ab 1938/39 erfolgte der Bau des Autobahnzubringers, der heutigen A 115, entlang dem Nikolassee mit der kreuzungsfreien Verbindung mit der Potsdamer Chaussee durch das Zehlendorfer Kleeblatt (heute Kreuz Zehlendorf). Diese Straßenbaumaßnahmen führten im Bereich der Potsdamer Chaussee zur Verkleinerung von Grundstücken bis hin zum Abriss von Wohnhäusern. Eines der abgerissenen Häuser war das schon im 19. Jahrhundert erbaute Eichelkrautsche Haus, das zuerst dem Betreiber der Nikolasseer Schneidemühle (Sägewerk), Zimmermeister Heinrich Eichelkraut gehörte.

1945 errichtete die Rote Armee auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Chaussee in Höhe des Kleeblatts ein Siegesmal, das zum Schutz vor Übergriffen der Bevölkerung mit einem Drahtkäfig versehen wurde. 1953 entstand davor eine Gedenkstätte, die an die Opfer des Volksaufstandes vom 17. Juni erinnert. Das Siegesmal wurde 1955 abgerissen und der darauf befindliche Panzer weiter südlich an der Autobahn auf DDR-Gebiet wieder aufgestellt.

Für die West-Berliner war der Kontrollpunkt Dreilinden viele Jahre lang ein Markstein auf ihren Fahrten über die Autobahn nach Westen, die vor allem bis zum Transitabkommen zwischen der Bundesrepublik und der DDR von 1971 wegen der langwierigen Kontrollen auf der DDR-Seite meist mit längeren Wartezeiten verbunden waren. Der Komplex mit Raststätte (Nr. 61a), Tankstellen (Nr. 61b, 63) und der Grenzkontrollstelle (Nr. 62), von den Amerikanern „Checkpoint Bravo" genannt, liegt unmittelbar südlich des „Kleeblatts", wurde 1968–1972 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Ein Teil der Anlage dient seit der deutschen Vereinigung als Zollhof.

 

 

Das „Kleeblatt“ nach Fertigstellung 1940, rechts 1961

Auf der linken Ansicht Blick aus Richtung Dreilindenstraße auf das Pumpwerk an der Rehwiese (links); 

rechts: Blick in Richtung Wannsee, rechts oben der Nikolassee, links unten das Kleistviertel.

Alter Kontrollpunkt Dreilinden um 1960 (links) und Neubau ab 1969 – Baudenkmal – am 30. Juni 1990 stillgelegt. Der Zollhof (rechts, nicht auf dem Foto) ist noch in Betrieb.

 

Informationen über die „alte Autobahn“ Dreilinden-Drewitz und über den Kontrollpunkt Checkpoint Bravo  

Panzerdenkmal (abgerissen am 5.5.1955, der Panzer wurde später an der Autobahn in Richtung Kontrollpunkt Drewitz aufgestellt, s. Bild oben rechts) und Dreilindenschüler-Mahnwache 1954 zum Gedenken an die Opfer des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 am Mahnmal auf der Potsdamer Chaussee über dem Kleeblatt

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