Etwas im Verborgenen: das „Krause-Dreieck“

 

Münchowstraße

 

Die Münchowstraße zweigt von der Straße Am Beelitzhof ab und endet an der Paul-Krause-Straße. Lediglich die südliche Hälfte des nur rund zweihundert Meter langen Sträßchens ist bebaut, auf der nördlichen Seite beginnt das Gelände des Wasserwerks Beelitzhof. Die mit Linden bepflanzte schmale Straße wurde 1904/05 als Fußweg angelegt und später ausgebaut. Namensgeber war Otto Münchow (1847–1927), Unternehmer sowie Gründungs- und Vorstandsmitglied der HAG.

Das markante Mietshaus an der Ecke zur Borussenstraße entstand 1905/07 als erstes der heute sechs Häuser, es folgten vor 1910 noch die Nr. 4 und das Wohn- und Geschäftshaus Nr. 5/5a. Die bungalow-ähnlichen Häuser Nr. 2 und 3/3a wurden Mitte der 1930er errichtet und um 1937 das Haus Nr. 6 (Umbau in den 1990er Jahren).

 

Münchowstraße um 1915: von links: Nr. 4, Nr. 5 und rechts weiter hinten Paul-Krause-Str. 4  – Blick vom Wasserwerk-Gelände

Nr. 1/Am Beelitzhof um 1912, Haus Raphael (auch Raffael), erbaut nach Plänen von Robert Kleinau für den Rentier Josef Zadek 1906 (ab 1910 Villa Ötting, erworben von dem Fabrikbesitzer Richard Oetting, Schlachtensee).

Nr. 2, Architekt Josef Vassilière, erbaut 1934/35 für den Kaufmann Kurt Jäger

 

Nr. 4, erb. 1906/07 für Prof. Paul Müller

Nr. 5, Mietshaus, Eigentümer Baumeister Alexander Klohn, Lichterfelde, erb. 1908/09

 

 

Paul-Krause-Straße

 

Die Paul-Krause-Straße zweigt von der Münchowstraße ab und endet nach rund 150 Metern in einem Wendehammer an der um 1903 angelegten Treppenanlage zur Borussenstraße. Vor 1903 war die Straße nach dem HAG-Gründungsmitglied Hans Roland benannt. Die heutige Rolandstraße in Schlachtensee-West trug den Namen Paul von Krauses. Offensichtlich im Zusammenhang mit der Entscheidung von Krauses, sich hier anzusiedeln, wurden die Straßennamen getauscht. Die Grundstücke an der südwestlichen Straßenseite hatten einst freien Zugang zu den zum Wasserwerk gehörenden Niederungen am Nikolasgraben. Heute ist das Gelände eingezäunt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

(von rechts) Nr. 1 (mit Holzhaus/Gärtnerhaus) sowie 3a und 3 um 1915

Nr. 1 (Landhaus Paulanna), erbaut 1907/08 für Geh. Reg.-Rat Dr. Paul von Krause, abgerissen und mit Reihenhäusern bebaut. Seit den ca. 1930er Jahren war es das „Annenhaus", Heimfrauenschule der noch heute bestehenden Mathilde-Zimmer-Stiftung in der Evang. Töchterheime GmbH. Rechtes Bild: Gärtnerhaus der Paul-Krause-Str. 1, schwedisches Holzhaus, von der HAG vor 1908 errichtet, von der Roten Armee 1945 niedergebrannt.

Nr. 3 und Nr. 3a (Hammergrundstück), beide erbaut von Alexander Klohn für den Bankprokuristen Walter Milinowski 1909/10

Nr. 4, erbaut von Alexander Klohn 1909 als Wohnsitz

Blick auf die Rückfront der Häuser Nr. 4 und Nr. 6 von der Münchowstraße

Nr. 5,  Landhaus Wehner, erbaut 1910 von Eduard Lyonel Wehner für seinen Bruder, den Kaufmann Wilhelm Wehner. Ansicht vom Gemüsegarten an der Straßenseite und vom Wasserwerk-Gelände 1910; Ansicht heute von der Straßenseite.

Nr. 6, Architekt/Eigentümer Alexander Klohn aus Lichterfelde, erbaut 1910

Nr. 7, Villa Beinhorn, erbaut 1910 von Alexander Klohn für den Oberlehrer Dr. Hans Beinhorn

Nr. 7a, ebenfalls von Alexander Klohn für den Oberlehrer Dr. Hans Beinhorn, 1910

Nr. 9, für Victor Prohl, Reg.-Baumeister a.D., erbaut 1913/14

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