südliche Potsdamer Chaussee – Königsweg

 

„Neu-Zehlendorf“

 

 

Museumsdorf Düppel – der östlichste Zipfel des heutigen Nikolassee (Aufnahme von 1986)

Der um 1730 angelegte Königsweg war Teil der alten Handelsstraße Aachen–Berlin–Königsberg und damit Vorläufer der einstigen Reichsstraße 1. Durch den Bau der Potsdamer Chaussee verlor er jedoch seine Bedeutung. Er ist noch heute  teilweise unbefestigt und beginnt als Königstraße in Zehlendorf-Mitte, wird ab der Wannseebahn-Brücke zum Königsweg und mündet – ab der Brücke über die Autobahn – nach rd. 3 km als Waldweg durch den Düppeler Forst in die Bernhard-Beyer-Straße in Steinstücken.

Das vom Königsweg und der Potsdamer Chaussee begrenzte frühere „Neu-Zehlendorf“ – zwischen Benschallee (heute ab westlicher Clauertstraße einschl. Museumsdorf Düppel) und Stahnsdorfer Damm – kam 1929 zu Nikolassee, nachdem es gemeinsam mit dem Gutsbzirk Düppel ein Jahr vorher Zehlendorf zugeschlagen wurde.

Auf der südlichen Seite der Potsdamer Chaussee befindet sich zwischen Wasgensteig und Am Waldhaus auch der von Hertha Hammerbacher konzipierte Waldfriedhof Zehlendorf, Ruhestätte vieler Bürger der Nachkriegszeit.

 

„Mutter Mochow“ um 1931 ...

... und um 1939 kurz vor der Schließung

Potsdamer Chaussee 87, Gasthaus Mutter Mochow – Baudenkmal, erbaut 1896/97 von Maurermeister Hermann Polkow, 2010 saniert. „Mutter Mochow I", geb. 15.5.1847 in Nowawes (Neubabelsberg), gest. 16.4.1927; „Mutter Mochow II", geb. 2.3.1877 in Doberlug-Kirchhain, gest. 3.12.1952.

Beide Frauen waren nacheinander Gastwirtinnen der Gastwirtschaft „Mutter Mochow"‚ Potsdamer Chaussee 87. Albert Mochow, der Ehemann der ersteren, hatte 1877 die damals den Namen „Neu-Zehlendorf" führende Wirtschaft gekauft. Als dieser bereits 1881 starb, führte seine tatkräftige Frau Anna, geb. Heller, den Betrieb weiter. Mutter Mochow war mit ihrem resoluten, aber zugleich mütterlichen Wesen die Seele des Hauses. 1907 übergab sie den Betrieb ihrem Sohn Albert und dessen Frau Anna, geb. Müller. Letztere übernahm mit gleicher Bestimmtheit und Warmherzigkeit die Tradition ihrer Schwiegermutter als „Mutter Mochow". Durch den Ausbau der Potsdamer Chaussee und die Planung einer Reichskriegsakademie auf dem Gelände des Gutes Düppel ging die Gastwirtschaft im Jahre 1940 ein. Eine Urnengrabstelle auf dem Nikolasseer Kirchhof hält die Erinnerung an die damals weithin bekannten Trägerinnen des Namens „Mutter Mochow" fest. (aus: Henning/Natzschka in „Gräber bekannter Persönlichkeiten auf dem ev. Kirchhof Nikolassee").

 

Mitteltrakt; über dem damaligen Eingang „Gasthaus Mutter Mochow“,

darunter „Albert Mochow“ (1939)

ehem. Königsweg 130, heute Quastheide 1, Kinderheim Lindenhof/Jugendaufbauwerk – Pädagogischer Verbund Lindenhof. Das abgebildete „historische Haus“ war Teil einer Poststation Friedrich des Großen, später „Fröhlichs Hof“. Auf dem umgebenden Gelände zwischen Lissabonallee im Westen und  Wasgensteig im Osten entstand in den 1980er Jahren die Gartenstadt Düppel.

Potsdamer Chaussee 75/77, Waldfriedhof Zehlendorf, links Blick vom Eingang Wasgensteig auf die Feierhalle, die (rechtes Bild) 1956–57 von Sergius Ruegenberg und Wolff von Möllendorf erbaut wurde und als Baudenkmal eingetragen ist.

Königsweg 142, früher Bahnwärterhaus (Stammbahn), Restaurant Wiesengrund, um 1940 (Gastwirt O. Niewe) und 1983

Die Waldhaus-Klinik an der Potsdamer Chaussee 69/Am Waldhaus, gegründet 1904 als „Privat-Irrenanstalt“ von den Ärzten Dr. Max Arndt und Dr. Emil Nawratzki („Arndt- u. Nawratzki’sches Haus“), beide in Nikolassee wohnhaft. Ansichten von 1912 und 1965.

Waldhauswinkel 2–8/Am Waldhaus 12, erbaut 1938 von Georg Hillenbrand, Einfamilienhäuser für Allianz-Mitarbeiter – Gesamtanlage Denkmalbereich

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