Wannsee-Dreieck – das Wagnerviertel

 

Nibelungenstraße

 

Sie wurde um 1900 von der HAG zusammen mit den anderen Straßen des sog. Wannseedreiecks, beginnend am Bahnhof Wannsee zwischen der Dreilindenstraße und der Lohengrinstraße, parallel zum Bahngelände angelegt. Der Streifen am Bahndamm gehörte weiterhin zum Kreis Teltow. In den 1930er Jahren wurde sie im Zuge des Neubaus der Potsdamer Chaussee über die Dreilindenstraße hinaus bis zur neuen Trasse verlängert.

Wohl wegen der Lage direkt an der Bahntrasse wurden die Grundstücke der Nibelungenstraße erst relativ spät bebaut. Ende 1918 waren trotz eines geringen Quadratmeterpreises noch 14 der 21 ausgewiesenen Grundstücke nicht verkauft. Das Mietshaus Nibelungenstraße 1 von 1905/06, das zusammen mit dem Haus Dreilindenstraße 80 (damals Dreilindenstraße 1) vom Bauunternehmer Klose aus Michendorf errichtet wurde, war bis Anfang der 1920er Jahre das einzige in der Straße. Auf dem anschließenden Grundstück befand sich bis nach 1945 ein Gärtnereibetrieb. In den 1920er Jahre wurden weitere Mietshäuser gebaut, zuerst auf dem Grundstück Nr. 8 (um 1921/22, abgerissen), Nr. 11 Ecke Tristanstraße, Tristanstraße 4) und dann 1926/28 bzw. 1934/36 von Carl Specowius (Waltharistraße 36) die große Wohnanlage Nibelungenstraße Ecke Lohengrinstraße. Die 1936/37 erbauten Einfamilienhäuser Nr. 15 und Nr. 16 bilden heute eine denkmalgeschützte Gesamtanlage. In den 1950er/1960er Jahren erfolgte die Bebauung der bis dahin noch freien Grundstücke.

 

An der Reichsbahnstraße (einer Privatstraße) gelegen, aber von der Nibelungenstraße zu erreichen: der Nikolasseer Zugang zum Bahnhof Wannsee

 

Ehemaliges Beamtenwohnhauses in der Reichsbahnstraße 1

 

Nibelungenstraße 1, erbaut um 1905 vom Bauunternehmer August Klose, Michendorf, als Mehrfamilien- und Geschäftshaus zusammen mit dem Haus Dreilindenstraße 80

Nr. 10, erbaut um 1936 für Hildegard Menzel

Nr. 11, erbaut um 1924 für Robert Mederer, Ing./Fabrikbes.

Nr. 12, Doppelhaus mit Nr. 13, erbaut um 1939 für Ob.-Postbaurat W. Hoffmann

Nibelungenstraße 15–16, Einfamilienhäuser, 1936 von Günther Andretzke im Berliner Büro von Egon Eiermann – Baudenkmal

Mehrfamilienhaus-Anlage Specowius in der Nibelungenstr. 18/19 (Haus Nibelungen), Nr. 21 (erbaut  1927/28) und Lohengrinstr. 1/1a (erbaut 1934/36), Architekt Victor Bunikowski, Bauherr Sattlermeister Carl Specowius – Ansichten von der Gartenseite.

Heutige Ansichten von der Straßenseite: Haus Nibelungen und Nr. 21, Lohengrinstraße 1

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