Reifträgerweg

 

Die knapp 500 m lange und mit Linden gesäumte Straße führt von der Altvater- über die Matterhorn- zur Schopenhauerstraße. Zuerst (ab ca. 1895) trug sie den Namen der Kaiserin Augusta (1811–1890, verheiratet mit Kaiser Wilhelm I.); beide sind im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg beigesetzt. 1939 erfolgte die Umbenennung in Stauffzeile, 1947 erhielt sie ihren heutigen Namen nach dem gleichnamigen Berg (poln. Szrenica) im Riesengebirge. Die Nummerierung blieb stets unverändert.

Die Straße gehörte anfangs nicht zur HAG-Kolonie Schlachtensee-West. Die ersten Bauten stammen aus der Anfangszeit des Wohnplatzes Schlachtensee: die Häuser Nr. 7 (Baudenkmal) – das 2010 sanierte einstige Dienstbotenhaus des zur Altvaterstraße 10 gehörenden Kleebergschen Anwesens – und das Condésche Haus (Nr. 12) an der Ecke zum Waldsängerpfad. Eine nennenswerte Bebauung erfolgte erst ab Mitte der 1920er Jahre. In dieser Zeit entstanden auch die beiden Baudenkmäler Nr. 6 und Nr. 32. Die Bebauung insbesondere des südlichen Straßenabschnitts zwischen Matterhorn- und Schopenhauerstraße wurde nach dem Krieg fortgesetzt, der für die Gebäude nur geringe Schäden gebracht hatte. Im Frühjahr 2010 wurde der kirchlich genutzte Gebäudekomplex Nr. 1–5 mit zwei prägnanten Bauten aus der Frühzeit Schlachtensees abgerissen.

 

Nr. 1 (früher Mariannenstr. 12, Ansicht um 1910), Kühlsches Haus, erbaut vor 1890 für den Kfm. Max Engel, Eig. ab ca. 1890 Friseur für Damen August Kühl (später Pension „Heim am Walde“), Nr. 5 (früher Augustastraße, Logierhaus, erb. nach 1902), und Nr. 5a, Eigentümer ab 1915 der ev. Diakonieverband, der das Ensemble im Frühjahr 2010 aufgab, der Komplettabriss folgte

Nr. 4, Holzhaus, erbaut um 1924/25 für den Konditoreibesitzer W. Kumrow (Berlin)

Nr. 6, Haus Müldner, erbaut 1922 von Paul Zimmerreimer für den Kaufmann Wilhelm Müldner – Baudenkmal

Nr. 7 (gehörte zu Mariannenstr. 10), Kleebergsches Haus, erbaut 1893 von Franz Böhmert für die Rentiere Marianne Kleeberg geb. Becker – Baudenkmal

Nr. 12/Ecke Waldsängerpfad, Villa Condé, erbaut vor 1897 für Fischermeister Albert Condé

Nr. 24, erbaut 1927 von Bastian & Kabelitz für den Bergwerksdirektor a.D. Theodor Dach

Nr. 26, Engelmannsches Haus, erbaut um 1909 für den Fabrikbesitzer Wilhelm Engelmann

   

 

Nr. 32, Schürmannsches Haus, erbaut 1913/14 von Hans Kretzschmar für Dir. Hermann Schürmann – Baudenkmal

 

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