Schlachtensee-Ost

 

Salzachstraße (früher Alexanderstraße)

 

Die um 1898 benannte Alexanderstraße (Alexander Prinz von Preußen, 1820–1896) verlief als „Verlängerte Alexanderstraße“ ab der heutigen Breisgauer Straße als Industriestraße über das schon bestehende Orensteinische Lokomotivfabrik-Gelände, führte kurz durch ein Waldgebiet und wurde ab derselben Zeit im Bereich Ahrenshooper Zeile/Bergengruenstraße von der HAG bebaut, um 1929 nach Osten bis zur Matterhornstraße verlängert und 1930 umnummeriert (nun ab der Matterhornstraße, wobei die linke Straßenseite mit der Nr. 11 beginnt). Das Kopfsteinpflaster in der einstigen Alexanderstraße vom Abzweig Kirchblick bis Nr. 41 zeigt noch den ehemaligen Straßenverlauf. Der neuere, asphaltierte Straßenabschnitt war einst ein Fußweg durch Waldgebiet, vorbei am damaligen Bahnübergang am Elvirasteig zur Matterhornstraße.

In der NS-Zeit erfolgte 1936 die Umbenennung in Gobineaustraße (Arthur de Gobineau, 1816–1882, Schriftsteller, Diplomat, Rassentheoretiker) unter Beibehaltung der Nummerierung, was auch bei der erneuten Umbenennung 1945 der Fall war. Die Bebauung – von den vier Häusern Nr. 41, 43, 45 und 47 aus der Frühzeit der Kolonie um 1896 abgesehen – setzte erst Ende der 1920er Jahre ein.

In der Salzachstraße hatten zwei Privatschulen ihr Domizil: die in den 1960er Jahren geschlossene Griebel-Schule, eine Oberschule für Jungen, und die seit 1912 bestehende Waldschule Gerdes, eine Grundschule mit besonderer pädagogischer Prägung. Die Bebauung des westlichen Straßenabschnitts entlang der Bahngleise ab 2010 hat den Charakter als ruhige Wohnstraße – an die Bahngeräusche haben sich die Anwohner schon lange gewöhnt – verändert.

 

 

   
 

Blick in die Salzach- von der Matterhornstraße

 

Nr. 4, erbaut um 1931/32 für Johanna Gerdes, Schulleiterin, Priv. Waldschule

Nr. 6 (für Waldschule Gerdes) und 8 (Eigenbedarf), Wohnhäuser, erbaut 1929 von Franz Behrmann – Baudenkmäler

Nr. 10/12, Doppelhaus, erbaut um 1930/31 für Ober-Baurat Ernst Böhme bzw. Reg.-Rat Dr. G. Goltzmann

Nr. 14, erbaut um 1931/32 für Fassadenputzmeister Otto Göricke

Nr. 17, erbaut um 1929/30, Gymnastikschule Dora Landsberg-Flesch, 1938–43 Hinrich Medau

Nr. 19, erbaut um 1935 von und für Bruno H. Franke, Architekt

Nr. 21, erbaut um 1937 für Schauspieler Gustav Fröhlich, Bewohner die Schauspieler Hilde Krüger und Harald Paulsen

Blick vom Elvirasteig auf die Häuser Salzachstraße 24 und 26–26a, erbaut um 1935/36 von Franz Behrmann

Nr. 24, erbaut um 1936 für Ober-Reg.-Rat Ulrich v. Both

Nr. 26/26a, Doppel-Mehrfamilienhaus, erbaut um 1935/36 von Franz Behrmann

Nr. 27, erbaut um 1936 für Dr. Wilhelm Mosle, Pol.-Präs. a.D.

Nr. 28/28a, Zweifamilienhaus, erbaut um 1936 von Franz Behrmann für Ing. Otto Wagner bzw. Landger.-Dir. Hermann Crodel

Nr. 31, erbaut um 1935 für Curt Siewerts, Geschäftsführer

 

Nr. 32, erbaut um 1937 für Kfm. Herbert Krabbenhoeft

 

Hinter dem Haus Nr. 32 beginnt der 1960 so benannte Slatdorpweg, ein schmaler Pfad entlang des Bahnzaunes, der bis zur S-Bahnbrücke Mexikoplatz hinter dem Doppelhaus Matterhornstr. 2/4 führt

 

Nr. 33, erbaut um 1930 für Curt Riedel, Syndikus

Nr. 35, erbaut um 1930 für Major a.D. Dr. Walter Kes

Nr. 37 (Alexanderstr. 8), erbaut um 1927/28 für Salomon B. Clausen, Ing./Kfm.

Nr. 41 (Alexanderstr. 7), Einfamilienhaus, Villa Rundschau, erbaut 1898 von Baumeister Conrad Krietsch, Karlshorst; Erstbesitzer Zeichner/Kunststicker B. Müller – Baudenkmal

Nr. 43 (Alexanderstr. 6) Ecke Bergengruenstraße, erbaut um 1897, Erstbesitzer Bankkaufmann Robert Engelmann

Nr. 45 (Alexanderstr. 5), Einfamilienhaus, erbaut 1896/97 von Bauunternehmer Karl Grothe, Friedrichshagen; Erstbesitzer Lederfabrikant Alfred Wulf – Baudenkmal

Nr. 47 (Alexanderstr. 4), Einfamilienhaus, erbaut 1896/97 von der HAG/Rudolf Denck; Erstbesitzer Handelsmann Albert Schernbeck

Blick auf die Häuser 47 und 45

 

Haus Ahrenshooper Zeile 2 von der Salzachstraße aus gesehen

Salzachstr. 53a/b, Gebäude der ehem. Griebel-Schule (Waldschule), jetzt Wohnhaus

Nr. 57/59, Doppelhaus, erbaut um 1925 für die Fabrikanten Hans und Fritz Schwabe

Als Verlängerung des Baugebiets Breisgauer Str. 1–5 wird seit Mai 2010 entlang der Bahn die Salzachstraße um ein Neubaugebiet erweitert

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