Schlachtensee

 

Über die Entstehung dieses 1894 gegründeten Teil Zehlendorfs ist weiter vorn berichtet. An die „Villenkolonie Schlachtensee-Ost“ der Heimstätten-AG, die östlich mit der Adalbertstraße (heute Bergengruenstraße) endete, schloss sich die „Villen-Colonie Zehlendorf-West“ der „Zehlendorf-West Terrain-AG“ (ZWTAG) an, über deren Hauptakteure Adolf Gradenwitz und Graf Henckel Fürst von Donnersmarck (um 1910 nach Bertha von Krupp reichster Bürger im Deutschen Reich) in einem Ende 2008 erschienenen Buch detaillierter berichtet wird. Heute reicht Schlachtensee-Ost von der Breisgauer Straße im Westen über die Terrassenstraße im Norden, Elvirasteig und Lindenthaler Allee im Osten bis zur Potsdamer Chaussee mit der Siedlung Am Heidehof im Süden. Diese nicht amtliche „Grenzziehung“ folgt dem Zugehörigkeitsgefühl der Bewohner; da sowohl Schlachtensee als auch Zehlendorf-West von der Gründung an unselbstständige Teile Zehlendorfs sind, sich die alten Namensgebungen aber bis heute im Sprachgebrauch erhalten haben.

Während die HAG in ihren Villenkolonen in Nikolassee und Schlachtensee-West auch die Bebauung durch vom Käufer der Grundstücke gewählte Architekten zuließ, war Schlachtensee-Ost eine völlige „Eigenschöpfung". Die Häuser wurden von Baumeistern, die schon in der HAG-Gründung Karlshorst tätig waren, sowie – Transportkosten für Baumaterialien sparend – aus dem Südwesten Berlins im HAG-Auftrag meist schlüsselfertig errichtet und dann an die Erstbesitzer verkauft. „Schaltzentrale“ war das HAG-Baubüro mit ihrem Direktor Hugo von Krottnaurer im abgerissenen Haus Waldemarstraße 47 (heute Matterhornstraße 30, neu bebaut). Wie schon in Karlshorst, wurden die Straßen in einem fast rechtwinkligen Raster angelegt und folgten damit nicht, wie später in Schlachtensee-West und Nikolassee, den natürlichen Bodengegebenheiten. Neu war die Anlage von Schmuckplätzen, hier insbesondere der Eitel-Fritz-Platz und der spätere Waldemar- sowie der Dubrowplatz. Dagegen blieb man bei der Benennung der Straßen dem Karlshorster Vorbild treu – hier wie da ein „Prinzenviertel“.

Die im Berliner Adressbuch erstmals 1897 aufgeführten ersten Bewohner der Kolonie sind im Anhang aufgeführt.

 

Kartenausschnitt Schlachtensee 1926

 

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