Der Schlachtensee

von der West-(Nikolassee-) zur Ost-(Zehlendorf-)seite

Der Schlachtensee ist mit 31 ha und 2,6 km Länge das größte Gewässer der Grunewald-Seenkette. Er ist 0,421 km² groß und bis zu 9 m tief. Seit 1911 gehört er den heutigen Berliner Wasserbetrieben. Er liegt zwischen den beiden Bahnstrecken Wetzlarer/Stadtbahn und Wannseebahn. Die Nordseite ist als Dauer-Forstgebiet ausgewiesen, an das Südufer grenzen alle drei HAG-Kolonien im Südwesten Berlins: Nikolassee, Schlachtensee-West und Schlachtensee-Ost.

Ursprünglich hieß der Schlachtensee „Slatsee", was sich vom Wort „slat" (mittelniederdeutsch für Pfahlwerk, Uferbefestigung) oder „Soltz" (urslawisch für Sumpf/Morast) ableitet. Im Jahre 1242 wurde der Schlachtensee mit dem an seinem Ufer liegenden Dorf Slatdorp an das Kloster Lehnin verkauft, in dessen Besitz er bis 1542 blieb. Im 14. Jahrhundert wurde Slatdorp aufgegeben. 1723 errichteten Fischer die erste Fischerhütte; diese war über die Fischerhüttenstraße (früher Alsenstraße) mit Zehlendorf verbunden. Noch heute befindet sich dort das nach einem Brand 1877 wieder aufgebaute Ausflugslokal Alte Fischerhütte. Erst 1853 wurde am Südostufer mit der Neuen Fischerhütte ein zweites Gebäude und Ausflugslokal am Schlachtensee gebaut. Heute befindet sich hier, wie schon zur Jahrhundertwende, nur noch der Bootsverleih. Damals konnte man noch mit zwei Motorschiffen von „Alter" zu „Neuer Fischerhütte" fahren.

Mit der Eröffnung der Wannseebahn am 2. Juni 1874 erlebte der Ausflugsverkehr durch den eigens eingerichteten Bahnhof Schlachtensee einen enormen Aufschwung. Vorher musste man zu Fuß oder per Fuhrwerk vom Bahnhof Zehlendorf anreisen. Ende des 19. Jahrhunderts etablierte sich neben der „Neuen Fischerhütte" als drittes großes Ausflugslokal das „Schloss Schlachtensee", das der 1938/39 errichteten Marinesiedlung weichen musste. Um die Jahrhundertwende gab es gegenüber der Neuen Fischerhütte eine kleine Badeanstalt mit Holzhütte, die nur per Boot oder durch einen längeren Fußmarsch erreichbar war. Die Errichtung einer Badeanstalt am Südufer des Schlachtensees unterhalb der Neuen Fischerhütte scheiterte am Widerstand des Pächters. 1903 wurde am S-Bahnhof der „Seepark" von Emil Schubert angelegt. Noch heute als Liegewiese benutzt, ging er 1930 in dem von Max Dietrich entworfenen, 10 ha großen und am Südostufer gelegenen „Paul-Ernst-Park" auf. Der 1935 angelegte Uferweg lädt bis heute unzählige Spaziergänger ein, aber auch zahllose Jogger und Hundebesitzer.

 

 

 

Von Nikolassee entlang am sogenannten Leistikow-Eck am westlichen Ufer (Karten von 1914, 1903 und um 1960) ...

... vorbei an der Neue Fischerhütte (um 1909) ...

... mit dem Häuschen des Bootsverleihs ...

... vorbei am Bahnhof zur Alten Fischerhütte (1898).

Die heute noch bestehende „Alte Fischerhütte“ vor 1900, Besitzer Hermann Marquardt, später Karl Griebel.

Zwei kleine Fährschiffe, „Sidonie“ und „Anna“, pendelten zwischen Alter und Neuer Fischerhütte. 1945 wurden sie durch Brandstiftung zerstört.  

Ansicht um 1905

Vom Nordufer hatte man diesen schönen Blick auf den denkmalgeschützten ehemaligen Bahnhof und den noch vorhandenen Strand (um 1910).

Auch im Winter lohnt der Ausflug zum Schlachtensee (Ansicht mit der Alten Fischerhütte um 1935).

Zurück zum Westufer: Über eine Treppe geht es zur Straße Am Schlachtensee und der einstigen HAG-Villenkolonie Schlachtensee-West.

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